Fachlexikon

A B C D E F G H I K L M N O P R S T U W X Z

A

Additive Therapie:

Zusätzliche Behandlung nach nicht kompletter Tumorentfernung (z.B. nach einer Operation mit mikroskopischem oder klinisch sichtbarem Resttumorgewebe)

Adjuvante Therapie:

Ergänzende Behandlung nach vollständiger Entfernung des primären Tumors (z.B. nach kompletter Operation)

Afterloading:

Bestrahlungstechnik, bei der Bestrahlungsquellen durch vorher gelegte Katheter computergesteuert in das zu bestrahlende Areal vorgefahren werden. Nach Applikation der Dosis werden die Strahler wieder herausgefahren. So sind mehrere Einzelsitzungen möglich, dann werden auch die Führungskatheterschläuche wieder entfernt.

Anamnese:

Krankheitsgeschichte eines Patienten

Antiemetika:

Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Apoptose:

Programmierter Zelltod, der durch körpereigene Signale oder Schädigung von außen ausgelöst wird

Applikation:

Anwendung, Verabreichung (z.B. einer Bestrahlungsdosis oder eines Medikaments)

Axilladissektion:

Operative Entfernung der Lymphknoten in der Achselhöhle. Synonym: Axilläre Lymphknotendissektion

B

Benignität:

Gutartigkeit (benigne = gutartig)

Biopsie:

Probeentnahme von Körpergewebe für eine feingewebliche Untersuchung, z.B. zur Sicherung einer Tumordiagnose

Bi(s)phosphonate:

Wirkstoffe in Infusions- oder Tablettenform, die sich an den tumorzellbefallenen Knochen anlagern und hierdurch die knochenabbauenden Zellen hemmen, die die Auflösung (Osteolyse) des Knochens bei Skelettmetastasen verursachen

Boost:

Gezielte Dosiserhöhung im Rahmen einer Strahlentherapie, wird meist am Ende einer Bestrahlungsserie verabreicht, um eine bestmögliche Tumorkontrolle in einer Hochrisikoregion zu erreichen

Brachytherapie:

Strahlentherapietechnik, bei der kleine Strahlenquellen direkt in oder an das Zielvolumen beziehungsweise die Tumorregion gebracht werden. Hierzu werden meist Führungskatheter gelegt, durch die die Strahlenquellen eingeführt werden (siehe Afterloading)

C

Chromosom:

Menschliche Körperzellen haben 46 Chromosomen. Sie sind die Träger der Erbinformation in der Zelle. Die Chromosomen liegen im Zellkern und enthalten die DNS (Desoxyribonukleinsäure, engl. DNA). Bei der Zellteilung wird mit der DNS die Erbinformation weitergegeben.

Computertomografie (CT):

Diagnostisches Verfahren, das mit Röntgenstrahlung ermöglicht, Schnittbilder vom Körper in dünnen Schichten anzufertigen. Körperstrukturen werden entsprechend ihrer Dichte in verschiedenen Grautönen dargestellt. Auf den zugeordneten Dichtewerten (Hounsfield- Einheiten) beruht auch die computergestützte Berechnung der Dosisverteilung für die Strahlentherapie.

D

Diagnostik:

Allgemeiner Sammelbegriff für Untersuchungen (Biopsien, Röntgen, CT usw.), die Aufschluss über eine Erkrankung, beispielsweise über die Ausdehnung einer Tumorerkrankung, geben.

DNS:

Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure (engl. DNA), im Chromosom gelegene genetische Information der Zelle.

E

Elektronen:

Korpuskularstrahlung, kleine negativ geladene Teilchen. Sie werden zur perkutanen und intraoperativen Strahlentherapie genutzt.

Endoluminale Strahlentherapie:

Mit einem in eine Körperöffnung eingebrachten Katheter kann hierbei eine lokale Bestrahlung appliziert werden.

Endoskopie:

Untersuchung, bei der eine Sonde mit Lichtquelle in den Körper eingeführt wird. Über flexible Glasfaserbündel (Bildleiter) wird die Bildinformation von der zu untersuchenden Region übermittelt. Über ein Endoskop können auch Gewebeproben entnommen oder Operationen durchgeführt werden (z.B. Gastroskop zur Magenspiegelung, Bronchoskop zur Spiegelung der Atemwege).

Epidemiologie:

Lehre und Forschung über Faktoren, die zu Gesundheit und Krankheit von Menschen und Bevölkerungsgruppen beitragen und mit Hilfe von Statistiken ausgewertet werden.

Epithel:

Sammelbezeichnung für Oberflächen- und Drüsengewebe des menschlichen Körpers. Neben Muskel-, Nerven- und Bindegewebe eine der vier Grundgewebearten.

Evidenz basierte Medizin (EBM):

Beweisbasierte Medizin auf der Basis von aktuellen klinisch relevanten Forschungsergenissen.

F

Fibrose:

Verdickung und Verhärtung eines Gewebes, z.B. als Spätfolge einer Operation oder Bestrahlung.

Fraktionierung:

Im Rahmen einer Strahlentherapie: Aufteilung einer Gesamtbestrahlungsdosis auf mehrere, meist zahlreiche Einzelbestrahlungen.

G

Gastroskopie:

Magenspiegelung

Gleason-Score:

Mit dem Gleason-Score wird die feingewebliche Ähnlichkeit eines Prostatakarzinoms zum Ursprungsgewebe der gesunden Prostata eingestuft. Dabei werden bei den zwei am häufigsten vertretenen Ausprägungen jeweils Werte von 1 bis 5 vergeben Je höher der Score, der immer nach dem Muster: Gleason Wert 1 + Wert 2 = Summe beider Werte, angegeben wird, umso stärker weicht das Karzinom vom Normalgewebe ab, was auf eine zunehmende Aggressivität des Tumors schließen lässt. In diesem Schema beschreibt also der Score 1 + 1 = 2 die am besten differenzierten Tumoren, der Score 5 + 5 = 10 stellt die schlechteste Kombination dar. Der Name geht auf einen amerikanischen Pathologen (D.F. Gleason) zurück, der diesen Score in den 70er Jahren etabliert hat.

Grading:

Mit dem Grading wird bei Krebserkrankungen der Grad der Entdifferenzierung von Tumorzellen angegeben. Ähneln die Tumorzellen dem gesunden Ursprungsgewebe stark, wird dies mit Grad 1 beschrieben, undifferenzierte Zellen werden als Grad 4 eingestuft. Ein zunehmender Grad der Entdifferenzierung geht meist mit aggressiverem Wachstum einher.

Gray:

Maßeinheit für die Energiedosis nach dem Système International d´Unités (SI-Einheit). Benannt nach dem englischen Physiker L. Gray (1905 – 1965). In Gray (Gy) werden Einzel- und Gesamtbestrahlungsdosis einer Strahlentherapie angegeben. Vor 1986 war die Dosiseinheit rad (rd). Umrechnung: 1 Gy = 100 rd.

H

Hämatologie:

Lehre vom Blut und blutbildenden Organen sowie derer bösartigen Erkrankungen

Histologie:

Lehre vom feingeweblichen Aufbau von Geweben, ebenso: Feingewebliches Erscheinungsbild eines Tumors.

Hospiz:

Aus dem Lateinischen: Ursprünglich kirchliche Herberge für Kranke und Bedürftige. In England wurde 1967 bei London das erste Hospiz als Pflegeeinrichtung für Sterbende eröffnet und begründete die Hospizbewegung. Auch in Deutschland gibt es zunehmend Hospizeinrichtungen, die schwerstkranke Patienten aufnehmen und von Palliativpflege bis hin zur Sterbebegleitung umfassend betreuen.

I

Immunologie:

Lehre von den Grundlagen der Körperabwehr von Krankheitserregern und anderen körperfremden Substanzen, sowie Störungen dieser Abwehrmechanismen.

IMRT:

Intensitätsmodulierte Radiotherapie: Innerhalb der verschiedenen Bestrahlungsfelder kann neben der Feldkonfiguration auch noch die Intensität der Strahlung variiert werden. Hierdurch kann in Bereichen mit höherer Tumorlast mehr Dosis pro Bestrahlungssitzung appliziert werden, vor allem kann aber gesundes Gewebe in vielen Fällen besser geschont werden.

Interdisziplinarität:

Konstruktives effektives Zusammenarbeiten verschiedener (medizinischer) Fachrichtungen, Grundlage sind regelmäßige gemeinsame Konferenzen und Fallbesprechungen.

Interstitielle Strahlentherapie:

Bestrahlung durch Einbringen von Strahlenquellen gezielt ins Tumorgebiet

Inzidenz:

Neuerkrankungsfälle pro 100 000 Einwohner pro Jahr

K

Karnofsky-Index:

Quantifizierung des Allgemeinzustandes eines Tumorpatienten von 100% (beschwerdefrei, keine Krankheitszeichen) bis 10% (schwerstkrank, schnelles lebensbedrohliches Fortschreiten der Erkrankung)

Karzinom:

Bösartiger Tumor, der vom Oberflächengewebe ausgeht, und nach dem Zellbild und dem Herkunftsgewebe weiter differenziert wird (z.B. Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom)

Konformale Bestrahlung:

Perkutane Bestrahlung nach neuestem Stand der Technik und Planung, bei der die Dosisverteilung durch verschiedene Einstrahlwinkel, individuelle Anpassung der Felder und computergestützte dreidimensionale Bestrahlungsplanung optimal an das zu bestrahlende
Volumen angepasst wird.

Kuration:

Heilung; kurative Therapie hat die Heilung des Patienten als Ziel

L

LET:

Linearer Energietransfer, pro Wegstrecke von geladenen Teilchen ans Gewebe abgegebene Energie

Letalität:

Sterblichkeitsrate innerhalb eines erkrankten Kollektivs

Linearbeschleuniger:

(Synonym Linac, von engl. Linear Accelerator) Teilchenbeschleuniger, mit dem elektrisch geladene Teilchen, so zum Beispiel Elektronen, auf gerader Bahn (linear) beschleunigt werden. Die Elektronen können direkt zur Behandlung eingesetzt werden, oder die durch Abbremsung erzeugte Photonenbremsstrahlung genutzt werden. Die üblicherweise in der Strahlentherapie eingesetzten Linearbeschleuniger verwenden Photonen von ca. 4 - 15 MV und/oder Elektronen von ca. 6 – 25 MeV.

Lokalrezidiv:

Wiederauftreten eines Tumors an der ursprünglichen Stelle Lymphonodektomie: Operative Lymphknotenentfernung

M

Malignität:

Bösartigkeit, maligne = bösartig

Mammographie:

Röntgenaufnahme der (weiblichen) Brust

Mediastinum:

Region zwischen den beiden Lungen, in dem Herz, Gefäße, Speise- und Luftröhre liegen

Metastase:

Absiedelung von Tumorzellen beispielsweise in Lymphknoten (Lymphknotenmetastasen) oder in anderen weiter entfernten Organe (Fernmetastasen)

Molekül:

Kleinster Bestandteil eines chemisches Stoffes, der noch die Eigenschaft des Grundstoffes hat. Ein Molekül besteht aus mindestens zwei miteinander verbundenen gleichen oder unterschiedlichen Atomen, beispielsweise H2O für Wasser oder CO2 für Kohlendioxid.

Morbus Hodgkin:

(Syn.: Lymphogranulomatose, Hodgkin-Lymphom) Bösartige Erkrankung des lymphatischenSystems. Erstsymptome sind meist schmerzlose Lymphknotenschwellungen. Benannt ist sie nach einem englischen Arzt (Thomas Hodgkin), der diese Erkrankung 1832 zum ersten Mal beschrieben hat. Bis in die 60er Jahre meist tödlicher Verlauf, inzwischen vor allem in den Frühstadien sehr gute Heilungschancen.

Mortalität:

Sterblichkeit: Zahlenverhältnis der Sterbenden zur gesunden Bevölkerung

MR-Spektroskopie:

Mit der MR-Spektroskopie (MR-SPECT) lassen sich im Unterschied zur Kernspintomografie, mit der Gewebsveränderungen dargestellt werden, bestimme Stoffwechselvorgänge im Körper untersuchen. Bei manchen Tumoren lassen sich Abbauprodukte darstellen, so kann diese Methode beispielsweise bereits bei Hirntumoren und Prostatakarzinomen zusätzliche Informationen liefern. Besonders stoffwechselaktive Areale können auf eine erhöhte Aggressivität des Tumors hinweisen. Dies kann zukünftig im Rahmen einer biologischen Bestrahlungsplanung die Rationale sein, bestimmte Areale mit einer höheren Einzel- oder Gesamtdosis zu bestrahlen.

MR / MRT / MRI:

Gebräuchliche Abkürzungen für Magnetresonanztomografie (MR / MRT, engl MRI: Magnetic Resonance Imaging.) oder Kernspintomografie. Bildgebendes diagnostisches Verfahren, bei dem magnetische Felder genutzt werden, um Schnittbilder des Körpers in verschiedensten Ebenen zu erzeugen. Der Vorteil der MRT gegenüber der Computertomografie (CT) ist die fehlende Strahlenbelastung, sie ist aber in manchen Fällen der CT unterlegen (z.B. Knochenstrukturbeurteilung im Bereich der Schädelbasis) bzw. in manchen Situationen nicht durchführbar (z.B. Metallsplitter im Untersuchungsbereich, in vielen Fällen auch noch bei Herzschrittmachern)

Mukositis:

Entzündung der Schleimhaut, typischerweise in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Magen-Darm-Trakt als Folge von Bestrahlung und / oder Chemotherapie

Multileafkollimator:

Früher wurden schwere Bleiblöcke, die manuell in den Strahlerkopf eingeschoben wurden, dazu verwandt, ein viereckiges Bestrahlungsfeld individuell zu formen (Kollimation), um Gewebe zu schonen. Dies übernehmen jetzt bei den modernen Bestrahlungsgeräten zahlreiche Bleilamellen (daher „Multileaf“, engl.), die schnell und präzise computergesteuert in das jeweilige Feld eingefahren werden können

Multimodale Behandlung:

Kombination verschiedener Behandlungsverfahren (z.B. Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie) im Rahmen einer interdisziplinären Therapiestrategie

Mutation:

Veränderungen in der DNS und somit in der genetischen Information der Zelle. Dies kann zu Funktionsveränderungen oder -störungen von Genen führen, die auch das Zellwachstum und die -regulation beeinflussen.

N

Neoadjuvante Therapie:

Der eigentlichen Tumorentfernung (z.B. Operation) vorgeschaltete Behandlung,
beispielsweise eine Radiochemotherapie, mit dem Ziel, den Tumor zu verkleinern und das Risiko einer Fernmetastasierung zu verringern

Neutronen:

Gehören wie die Protonen als Bestandteil des Atomkerns zu den Nukleonen. Ein Neutron besitzt eine etwas höhere Masse als ein Proton, aber im Gegensatz zu diesem ist es elektrisch neutral. Die Anzahl der Neutronen im Kern bestimmt das Isotop des jeweiligen Elements. In der Strahlentherapie werden schnelle Neutronen (10 keV bis 20 MeV) für spezielle Indikationen genutzt.

O

Onkologie:

Medizinische Fachrichtung, die sich mit der Erforschung und Therapie von Krebserkrankungen beschäftigt

P

Palliation:

Symptomlinderung; palliative Therapie hat bei einer unheilbaren Erkrankung die Linderung von Krankheitssymptomen zum Ziel

Parenteral:

z.B. parenterale Ernährung: Nahrungszufuhr mittels Infusionen über die Vene unter Umgehung des Magen-Darmtraktes

Pathologie:

Forschung und Lehre von Ursache, Entstehungsweise, Verlauf und Auswirkung von Krankheitssymptomen und krankhaften Körpervorgängen

PEG-Sonde:

Perkutane endoskopisch kontrollierte Gastrostomie, durch die Bauchwand gelegte Magensonde zur Ernährung (siehe auch Kapitel A 15)

PET:

Abkürzung für Positronenemissionstomografie: Diagnostisches Verfahren der Nuklearmedizin, mit dem Stoffwechselvorgänge im Körper abgebildet werden können (funktionelle Bildgebung). Hierfür werden radioaktiv markierte Substanzen (Tracer)verabreicht, die den natürlich im Körper vorkommenden Substanzen so ähneln, dass sie wie diese in den normalen Stoffwechsel eingeschleust werden können. Verwendet werden unter anderem 18F, 11C, 13N oder 15O, radioaktive Isotope von Fluor, Kohlenstoff, Stickstoff und Sauerstoff. Einer der am häufigsten verwendeten Tracer 18F-Fluor-Desoxyglukose (FDG) wird von den Körperzellen wie Glukose (Zucker) aufgenommen. Da beispielsweise Tumorzellen einen erhöhten Glukoseumsatz haben, kann eine erhöhte Traceraufnahme in einer Region ein Hinweis auf eine Tumorabsiedelung sein. Da die Auflösung des PET limitiert ist (ca.5 mm), wird dieses Verfahren immer häufiger mit einer CT-Untersuchung kombiniert, die es erlaubt, die PET-Anreicherungen auf CT-Schnitte zu übertragen.

Physiologie:

Lehre von den grundlegenden Funktionen der Lebewesen.

Photonen:

Photonenstrahlung besteht aus elektromagnetischer Wellenstrahlung. Hierzu gehören mit zunehmender Frequenz: Radiowellen, Infrarotstrahlung, sichtbares Licht, UV-Strahlung, Röntgenstrahlen und ultraharte Röntgen- und Gammastrahlung. Letztere werden für die perkutane Strahlentherapie genutzt.

Primärtumor:

Der Krebserkrankung zugrunde liegender, zuerst entstandener Tumor, von dem ausgehend sich dann Lymphknotenmetastasen oder Fernmetastasen bilden. Hierbei ist nicht zwingend, dass der Primärtumor auch als erstes entdeckt wird, auch Lymphknoten oder Fernmetastasen können Erstsymptome hervorrufen oder als erstes diagnostiziert werden.

Prognose:

Voraussage von Heilungsaussichten bzw. Verlauf einer Erkrankung

Prostatektomie:

Operative Entfernung von Prostata und Samenblasen

Protonen:

Das Proton ist, wie das Neutron, ein Baustein des Atomkerns. Es ist positiv geladen, die Anzahl der Protonen im Atomkern bestimmt die Ordnungszahl eines Elements. Protonen zeigen bei der Durchstahlung eines Gewebs in einer Tiefe, die unter anderem von der Protonenenergie abhängt, eine maximale Energieabgabe ans Gewebe, den sogenannten Bragg-Peak. Hieraus resultiert die Möglichkeit, umliegendes gesundes Gewebe noch besser schonen zu können, als dies bei der perkutanen Strahlentherapie mit Photonen möglich ist. Für einige wenige Tumorentitäten liegen Daten vor, die klinische Vorteile einer Protonenbestrahlung belegen. Dementgegen steht der erhöhte Aufwand und Kosten und die mangelnde Erfahrung in klinischen Studien für die meisten anderen Tumorentitäten

PSA-Wert:

Das Prostataspezifisches Antigen, abgekürzt PSA, wird in der Prostata gebildet und dient zur Verdünnung der Samenflüssigkeit. Der Wert kann im Blut bestimmt werden, gilt als einer der zuverlässigsten Tumormarker und kann zur Diagnose, aber vor allem zur Verlaufskontrolle eines Prostatakarzinoms verwandt werden

R

Radioonkologie / Radioonkologe:

Die Bezeichnung Radioonkologie bzw. Radioonkologe für den in der Strahlentherapie tätigen Arzt hat den vorherigen Begriff der Strahlentherapie / des Strahlentherapeuten weitgehend abgelöst oder zumindest ergänzt. Dies trägt der Tatsache Rechnung, dass die zeitgleich mit der Strahlentherapie durchgeführten Kombinationsbehandlungen, darunter vor allem die simultane Gabe von Chemotherapeutika, mit in die Zuständigkeit dieser Fachgruppe fällt und während der Strahlentherapie mitverantwortet und -betreut wird.

Randomisierte Studien:

Klinische Studien sind ausführlich dokumentierte Untersuchungen mit vorab definierter gezielter Fragestellung. Bei randomisierten Studien werden die Patienten nach dem Zufallsprinzip den Behandlungsarmen zugeordnet. Doppelblind randomisiert heißt in diesem Zusammenhang, dass weder der Arzt noch der Patient wissen, welchem Behandlungsarm der Patient zugeordnet ist.

RBW:

Die Relative Biologische Wirksamkeit (RBW) einer Strahlung ist die Stärke der Wirkung einer Strahlung auf das Gewebe und die biologischen Funktionsabläufe im Vergleich zu einer Photonenstrahlung bei gleicher Energiedosis (Gy). Sie ist unter anderem abhängig vom linearen Energietransfer (siehe LET)

Remission:

Rückbildung eines Tumors, wird weiter unterteilt in:
Minor Response (geringeres Ansprechen): Rückbildung der Tumormanifestationen um weniger als 50%, Partielle Remission (=Teilremission): Rückbildung der Tumormanifestationen um mehr als 50%, aber Resttumor nachweisbar Vollremission (kein Tumor mehr nachweisbar). Eine Rückbildung von weniger als 25% wird als „keine Veränderung“ (no change) eingestuft, Progression bedeutet Fortschreiten der Tumorerkrankung

Rezidiv:

Rückfall, Wiederauftreten einer Tumorerkrankung.

S

Salvage-Therapie:

Engl: Salvage: „Rettung“. „Rettungstherapie“ als Behandlungsversuch, wenn mehrere andere Therapien erfolglos waren

Screening:

Systematische Untersuchung einer definierten Bevölkerungsgruppe zur Entdeckung von Erkrankungen

Seeds:

Engl.: „Körnchen“, kleine radioaktive Strahler, die zur interstitiellen Bestrahlung in das (Tumor-)Gewebe eingebracht werden

Sentinellymphknoten:

Engl.: „Wächter“-Lymphknoten. Der erste Lymphknoten, dem die Lymphflüssigkeit aus dem Primärtumor zufließt. Er kann diagnostisch mittlerweile bei einigen Tumoren zuverlässig dargestellt werden und liefert Aussagen über den zu erwartenden Lymphknotenbefall

Simultane Radiochemotherapie:

Verabreichung einer Chemotherapie zeitgleich zur Strahlentherapie um ein Zusammenwirken (Synergismus) der beiden Behandlungsarten zu erreichen

solitär:

Einzeln, vereinzelt

Staging:

(engl.) Stadieneinteilung (siehe auch Kap. A 3)

Stent:

In der Medizin ein Implantat, das beispielsweise in Gefäße, Bronchien oder Speiseröhre eingebracht wird, um die Wand ringsum abzustützen und den Durchgang (Lumen) freizuhalten. Es handelt sich um kleine Gittergerüste in Röhrchenform aus Metall oder Kunststoff. In der Krebsbehandlung dienen Stents dazu, durch bösartige Tumoren
verursachte Verengungen offenzuhalten.

Stigma / Stigmatisierung:

Auffälligkeit, Kennzeichnung (Stigma) , die zum Auffallen, Mitleid erregen oder Abwertung in der Gesellschaft führen können (Stigmatisierung)

Stomatitis:

Entzündung der Mundschleimhaut

Supportivtherapie:

Lat.: „Unterstützende“ Behandlung, in der Onkologie der zusammenfassende Begriff für alle Behandlungen, die Tumorsymptome oder Therapienebenwirkungen lindern oder beseitigen helfen

Symptom:

Krankheitszeichen

Szintigraphie:

Bildgebendes Verfahren der Nuklearmedizin, bei dem die Verteilung von radioaktiv markierten Substanzen (Tracern) im Körper gemessen wird. In der Onkologie ist vor allem die Knochenszintigrafie oder Skelettszintigrafie mit Technetium etabliert. Sie zeigt Stellen mit erhöhtem Knochenstoffwechsel. Das Bildmuster kann metastasentypisch oder untypisch ein, in vielen Fällen ist daher eine zusätzliche gezielte Diagnostik (z.B Röntgen, CT, NMR) erforderlich

T

T, N, M:

International etablierte Einteilung von Tumorerkrankungen, unterteilt in T (Tumor), N (Lymphknoten, lat: Nodus) und M (Metastasen), siehe auch Kap A 3

Teletherapie:

Eine Art der Strahlentherapie, bei der der Patient von außen mit größerem Abstand bestrahlt wird, üblicherweise mittels eines Linearbeschleunigers.

Tumor:

Schwellung (lat.), häufig als Synonym für Krebs verwendet, der Begriff „Tumor“ im eigentlichen Sinne sagt aber nichts über Bösartigkeit oder Gutartigkeit aus.

Tumormarker:

Stoffe (meistens Zucker-Eiweiß-Verbindungen) , die auch bei Gesunden im Blut vorhanden sind, aber vor allem bei Tumorerkrankungen in erhöhter Konzentration nachweisbar sind. Sie können vor allem zur Verlaufskontrolle bei Krebserkrankungen dienen, allerdings können viele Tumormarker auch beispielsweise bei Entzündungen erhöht sein. Einer der derzeit aussagekräftigsten Tumormarker ist das PSA (Prostata-Spezifisches-Antigen) vor allem in der Verlaufskontrolle beim Prostatakarzinom.

TUR:

Transurethrale Resektion (Entfernung durch die Harnröhre) der Prostata (TURP) oder Gewebe der Harnblase (TURB)

U

Ultraschall:

Diagnostisches bildgebendes Verfahren, bei dem mit Ultraschallwellen Körperorgane untersucht werden können. Die unterschiedliche Reflexion der Wellen im Gewebe wird ausgewertet und in Grautönen auf einem Bildschirm dargestellt. Synonym: Sonografie

W

WHO:

Abkürzung für engl. „World Health Organization“, Weltgesundheitsorganisation, Hauptsitz Genf, gegründet 1948. Koordinationsbehörde der Vereinten Nationen für das internationale Gesundheitswesen

X

Xerostomie:

Mundtrockenheit

Z

Zielvolumen:

Begriff in der Bestrahlungsplanung, der die zu behandelnde Region beschreibt. Man unterscheidet unter anderem: Tumorvolumen, klinisches Zielvolumen und Planungszielvolumen (siehe auch Kap. B 5)

Zytostatikum:

Medikament, das in der Krebstherapie verabreicht wird, um die Tumorzellen abzutöten; synonym für Chemotherapeutikum (Chemotherapie)